Alexander Heimbürger

Der Münsteraner Zauberkünstler

Alexander Heimbürger (* 4. Dezember 1819 in Münster; † 25. Juli 1909 in Münster) war ein deutscher Zauberkünstler.

Johann Friedrich Alexander Heimbürger gab 1838 seine Stelle als Rechtsanwalts-Sekretär auf, um seinem fahrenden Zauberkünstlern nachzufolgen. Dem Stil der Zeit folgend präsentierte man in Schaubuden Apparaturen, die Wasserspiele ermöglichten sowie Geistererscheinungen, u. a. mittels der Laterna Magica.

In Hamburg gelang es ihm, einen Redakteur der Zeitschrift Thalia zu begeistern, der über den erstaunlichen, jedoch bislang finanziell erfolglosen Künstler berichtete. Daraufhin engagiert ihn der Millionär Salomon Heine auf eine Soiree, wo Heimbürger u. a. eine verschwundene Spielkarte zusammengefaltet in Heines Taschenuhr erscheinen ließ. Hierauf folgten viele private Auftritte für die Hamburger Hautevolee, die sich nach einem halben Jahr eigens zu einer aufwändig dekorierten Abschiedsvorstellung einfand. Heimbürger, der sich inzwischen nur noch Alexander nannte, hatte seine gesamten Einnahmen in das neue Programm investiert. Seine Tournee durch Norddeutschland stieß zunächst auf mäßige Resonanz, jedoch vermochte er durch provozierte Kontroversen wie eine scheinbar unterschlagene Taschenuhr, die sich Hause eines Bürgermeisters wiederfand, Aufmerksamkeit zu erzielen. Zu seinem Repertoire gehörten inzwischen auch der Fang einer Gewehrkugel sowie das Entzünden von 200 Kerzen durch einen Pistolenschuss.

1843 reiste er in Begleitung seines damals 14jährigen Bruders nach Nordamerika, wo er schließlich große Erfolge feierte und als erster Zauberkünstler überhaupt im Weißen Haus vor dem Präsidenten auftrat. Seine Gastspiele führten ihn nach Westindien, Kuba, Mexiko, Guatemala, Peru, Chile und Argentinien.

Bereits mit 35 Jahren setzte er sich 1854 in Münster vermögend zur Ruhe und trat nur noch zu Wohltätigkeitszwecken auf. 1892 verfasste er seine Memoiren und gab 1900 „Das Zauberbuch“ heraus. Als Houdini in Deutschland Karriere machte, reiste dieser eigens nach Münster, um den legendären Heimbürger seine Aufwartung zu machen. Ungeklärt ist, ob es sich bei dem im Roman Moby Dick erwähnten Zauberkünstler „Alexander“ um Heimbürger handelt.

 

Heimbürger und die Stiftung Zauberkunst

Bei den Plänen zur Gründung der Stiftung war zunächst geplant diese „Alexander Heimbürger Stiftung zur Förderung der Zauberkunst“ zu nennen. Die ersten Satzungsentwürfe tragen noch diesen Namen, im Laufe des Gründungsprozesses haben wir uns dann aber für einen universelleren und kürzeren Namen entscheiden: Stiftung Zauberkunst. Nichtsdestotrotz fühlen wir uns unserem berühmten Münsteraner Zauberkollegen natürlich verbunden und verfolgen aufmerksam alles, was mit seiner Person zu tun hat, wie z.B. die Veröffentlichung des Buches über Alexander Heimbürger und die Transkriptionen seiner Tagebücher im Verlag Magische Welt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.